Qualitätsmanagement im Agilen

Heute geht es um das Thema Qualitätsmanagement im Agilen. Janinas Thema, sie hat schon häufiger davon berichtet, dass sie dieses oft übersehene Thema in der Agilität einmal ansprechen möchte.

Diese Folge auf YouTube: https://youtu.be/HTNxXcsZ_Y4

Qualität im Agilen?Wir müssen reden

Agilität bedeutet nun wirklich nicht, dass jeder macht, was er will. Klar ist das toll, wenn das auch noch zusammen passt. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass uns Qualität nicht egal ist. Ganz im Gegenteil.

Ohne Qualität keine Selbstorganisation. Also Selbstorganisation braucht Qualität.

Selbstmanagement bedeutet, dass die Menschen entsprechend ihrer Organisation selbst Entscheidungen treffen können und dürfen. In Scrum ist diese Selbstorganisation recht gut zwischen den Umsetzern, die entscheiden wie inhaltlich umgesetzt wird, dem Produktverantwortlichen, der entscheidet, was als nächstes kommt und dem Methodikverantwortlichen geregelt.

Dadurch, dass die inhaltliche Verantwortung bei den Umsetzern bleibt, darf diese frei entschieden werden. Damit genau das funktioniert, dürfen wir uns aufeinander verlassen können. Beispielsweise ist es sehr hilfreich, dass alle im Team die gleiche Vorstellung davon haben, was guten Code auszeichnet oder was ein gutes Werkzeug ist.

Sprecht also darüber, was ein qualitativ guter Output ist.

Wann ist eine Software gut wartbar oder was muss sie erfüllen um ISO-Normen zu erfüllen?

Wenn am Ende eine schwache Qualität herauskommt und das beim Kunden auffällt, dann kann es schnell vorkommen, dass ein Manager in das Team hineinmanaged um vermeintlich die Qualität zu steigern. Dies wirkt natürlich der Selbstorganisation entgegen.

Aber wir arbeiten doch iterativ!

„Jetzt arbeiten wir doch aber iterativ in kurzen Zyklen. Jetzt kann ich mir als Projektleiter doch nicht leisten, dass das nächste Inkrement der ISO-Norm entspricht, weil wir nicht genug Zeit dafür haben.“ – Ohhh, diese Haltung wird später richtig teuer! #TechnischeSchulden

Hast Du schon Projekte erlebt, die keine Zeit mehr hatten und mal eben schnell einen Workaround produktiv gebracht haben? Der hat genau wie lange gehalten? Ich wette sehr lange, bis sich keiner mehr daran erinnern konnte und es dann produktiv krachte. Das ist der Moment wo es richtig teuer wird. Das ist nicht agil. Im Agilen sind wir proaktiv unterwegs.

Das Problem hierbei ist, dass wir oft denken, dass Dinge fertig sind, sobald wir sie Menschen gezeigt haben und diese von ihnen abgenommen wurden. Es ist auch nicht so leicht dann noch eine Iteration anzuhängen in der gefühlt nichts vor Kunde passiert. Viele Projektleiter neigen daher dazu dann einfach neue Funktionen zu implementieren.

Qualitätsvereinbarung zwischen Produktverantwortlichem und Team

Auch die Qualität zwischen Product Owner und Entwicklern darf entsprechend geklärt werden. Also welche Qualität brauchen die Anforderungen, damit sie umgesetzt werden können und welche Qualität erwartet die Product Ownerin vom Team. Dafür gibt es zum Beispiel die Dokumente Definition of Ready und Definition of Done.

Wie kriege ich denn Qualität in Agile Projekte?

Wenn wir jetzt einen einwöchigen Sprint hätten und entsprechend schnell liefern sollen, wie kriegen wir denn da jetzt Qualität rein? Klingt ganz einfach und ist es manchmal auch: Schneide die Aufgaben klein. Wenn Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen ist auch nicht der erste Schritt die Steuererklärung zu machen, sondern vielleicht den Teller in die Küche zu bringen. Der nächste Schritt könnte sein den Teller sogar in die Spülmaschine einzuräumen.

Diese qualitativ hochwertigen Projekte kommen auch sehr oft bei der Führung besser an, da sie liefern, was sie versprechen und es keine bösen Überraschungen gibt. Das Projekt läuft einfach.

Agilität überhaupt erst möglich durch Qualität

Agilität handelt viel von Experimenten, Ausprobieren und kreative Ideen einbringen. Dies wird durch eine gute Qualität überhaupt erst möglich, denn nur so kann ich mir sicher sein, dass das Produkt das Experiment auch aushält und dadurch nicht gefährdet wird. Sonst ist das Experiment ein großes Wagnis und vielleicht lässt sich gar nicht mehr feststellen, woran es denn ein vermeintlicher Fehler lag.

Gleichzeitig ist nicht nur die Wartbarkeit gesteigert, sondern es fällt auch leichter neue Funktionen hinzuzufügen. Ich kenne große Softwareprojekte, die Fehler haben, die so tief unter der Oberfläche liegen, dass sich da keiner mehr rantraut.

Durch entsprechende Qualität kann das Produkt selbst auch eine gewisse Resilienz erreichen. Gerade diese Resilienz ist einer komplexen Welt, die sich ständig und immer schneller ändert, sehr wichtig.

Qualität der Interaktionen

Ganz häufig scheitern Agile Transitionen daran, dass die Qualität der Schnittstellen nicht betrachtet wurde. Häufig ist den Menschen in der Organisation nicht bekannt wie Dinge reinkommen oder rausgehen. Dies ist aber immens wichtig um entsprechende Qualität für nachfolgende Prozesse oder Kunden zu liefern und vielleicht sogar darauf hin zu optimieren. Wenn wir dies nun skalieren wollen und es vorher nicht sauber ist, dann handeln wir uns massig Probleme ein.

Genau dafür haben wir Agilisten in der Organisation um auf diese Schnittstellen zu achten.

Automatisierung ist wichtig

Vieles von der Qualität darf wegautomatisiert werden um sie in jeder Iteration auch halten zu können. Das schafft Sicherheit und nimmt die Komplexität aus der Entwicklung und dem Projektmanagement. Mir hilft es ungemein, wenn ich nach einer Änderung direkt das Feedback bekomme ob diese gut war oder nicht. Hierfür möchte ich nicht lange auf einen nachfolgenden Prozess warten, sondern einen Automaten haben, der immer gleichbleibend die Qualität überprüft.

Qualität hilft gegen Fluktuation

Oft wird Fluktuation in Unternehmen stark unterschätzt. Dabei ist sie sehr teuer, da Wissen abfließt, ich darf neue Menschen finden, diese einarbeiten und vielleicht haben viele Mitarbeitende bereits innerlich gekündigt. Eine Ursache dafür ist schlechte Qualität, die zum Beispiel zu einem ständigen Feuerlöschmodus führt oder, dass kaum Dinge geändert werden können. Dies macht Mitarbeitende unzufrieden, so dass diese eher bereits sind zu gehen. Qualität schafft hier ein besseres Arbeitsumfeld, in dem die Menschen sich gern einbringen.

 

Get shit done,

Janina & Henry


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