Kamera an!

Heute ein super spontanes Thema, welches Henry Schneider begegnet ist und am Herzen liegt. Mach die Kamera an.

Kamera an- Meetings verbessern durch einfach Tricks

Kamera an- Meetings verbessern durch einfach Tricks

Henry hat schon lange für Remote Teams entschieden, dass er dort die Kamera an macht. Gerade jetzt mit den vielen LockDowns sind wir in unserem Job ja sogar noch mehr Remote unterwegs. Aus diesem Grund ist das Thema etwas auffällig und hat Henry diese Woche stark verfolgt. So ist es auch hier im Podcast gelandet.

Ich glaube an die 60% an Information verschenken wir einfach dadurch, wenn wir unsere Videoübertragung nicht teilen.

Auch das Agile Manifest für Softwareentwicklung spricht im 6. Prinzip davon, „dass quasi nichts da Gespräch von Angesicht zu Angesicht ersetzt“.

Für Henry ist es nun so, dass er gerade in der Onlinezeit sehr viel auf einen schwarzen Bildschirm schaut, da er als einer der wenigen die Kamera anhat. Wenn Du also Deine Kamera auch anhast, gehörst Du also schon zu einem innovativen kleinen Kreis. 😉

Es gibt auch triftige Gründe, die dagegen sprechen die Kamera an zu machen. Und genau dieses Thema möchten wir heute mal miteinander diskutieren.

Wie ist es bei Janina?

Janina Wohlert geht da ähnlich. sie hat auch in 90% der Fälle die Kamera an. Wenn Janina konzentrierte Arbeitstermine hat, oder wie sie sie nennt produktive Termine, dann hat sie die Kamera an. Sie ermutigt andere die Kamera auch an zu machen. Häufig sehr subtil. Beispielsweise indem sie vorweg weg.

Es gibt auch Termine in denen sie die Kamera nicht an hat. Reine Informationsrunden zum Beispiel. Auch, weil sich häufig nebenbei andere Aufgaben erledigen lassen, die keine kognitiven Fähigkeiten voraussetzen. Diese Informationsrunden sind vergleichbar mit einem Podcast. Eben wie Du ihn gerade hörst und vielleicht machst Du auch gerade etwas anderes nebenbei. 🙂

Das geht natürlich nicht in Terminen in denen wir moderieren oder aktiv mitgestalten.

Anhand dieses Beispiels merkst Du auch, welcher Vorteil darin steckt die Kamera an zu haben. Du kannst nämlich erkennen, wenn jemand gerade keinen Beitrag leisten kann und andere Dinge erledigt. Dann hast Du die Chance ihn wieder mit einzubinden, vielleicht wurde er oder sie auch nur abgehängt. Vielleicht braucht es die Person auch nicht in dem gerade stattfindenden Termin, dann kannst Du ihn verschlanken und den Menschen mehr freie Zeit zur Arbeit zur Verfügung stellen. Schau genau hin, was es braucht und was ihr gemeinsam erreichen möchtet.

Arbeitstermine sind meistens nur bis vier Personen. Darüberhinausgehende Personengruppen werden oft – und nicht immer – unproduktiver.

Hier kannst Du viel Verschwendung vermeiden!

Experimente

Von Lars Vollmer (Intrinsify) kommt das witzige Experiment, was wohl passiert, wenn wir die Meetingzeit generell auf die Hälfte senken. Dies beruht auf der Grundannahme, dass sich Arbeit in dem Maß ausdehnt, wie wir Zeit zur Verfügung haben. Tolle Erkenntnis: Die Termine werden produktiver.

Wie werden sie produktiver? Es gibt häufig vor dem Termin eine Agenda, ein klares Ziel für den Termin und es wird zielgesichtet auf diese Lösung hingearbeitet statt drumherum zu diskutieren.

Gleichzeitig darfst Du dann auch Ausgleichsräume für Dein Team schaffen in denen sie das Socialising nachholen können, welches sonst im Termin stattfinden würde. Die gewonnene Zeit darfst Du also dem Team wieder zur Verfügung stellen, damit sie beispielsweise in der Kaffeeküche aufeinandertreffen können. Die Gewonnene Zeit mit neuen Terminen zu verplanen ist keine gute Idee.

Merkst Du das Fehlen der Kaffeeküche vielleicht auch in Remoteteams? Hier darfst Du mal hinschauen und vielleicht neue Lösungen konzipieren.

Dieses Experiment gilt natürlich nur für Termine, sondern auch für andere Timeboxen. Sprints als eine andere Art Timebox haben die gleiche Macht.

Wo sind die Hürden?

Da gehört schon eine Menge dazu, wenn ich die Kamera an machen möchte. Ich darf morgens aufstehen. Vielleicht sollte ich im Bad gewesen sein, Haare richten und etwas vernünftigen anziehen.

Das sollte doch für jeden möglich sein?

Wie machen es die Menschen, wenn sie physisch auf Arbeit fahren? Dann tun sie das doch auch. Im HomeOffice sparen sie sich sogar den Arbeitsweg. Okay in Zeiten von Homeshooling kommt natürlich die Kinderbetreuung hinzu, die wiederum Zeit in Anspruch nimmt.

Tricks

Zieh Dir Arbeitskleidung an. Hä? Für wen? Für Dich und Deine Familie. Unser Gehirn ist da super. Wenn Du von zuhause ausarbeitest, dann ist dies eine tolle Markierung für unsere Gehirne. Arbeitskleidung = Arbeit, Freizeitkleidung = Freizeit. Das hilft Dir auch hinterher von der Arbeit etwas Abstand zu gewinnen und Deinem Umfeld hilft es zu verstehen, wann Du im Arbeitsmodus bist.

Bist Du im HomeOffice vielleicht nicht so arbeitsfähig wie im Büro? Dann schau genau hin, woran es liegen kann. Eventuell reicht so ein kleiner Trick, wie mit der Kleidung, schon aus.

In die Kamera gucken. Häufig haben wir Applikationen, bei denen die anderen Teilnehmer leider nicht in der Nähe der Kamera zu sehen sind. Das ist schade, denn gerade das Anschauen schafft eine bessere Verbindung. Schau also öfter mal in die Kamera. 🙂

Der ein oder Andere hat ein Fähnchen über der Kamera, welches seine Aufmerksamkeit auf sich zieht, damit man in die Kamera schaut.

You go first! Wie immer hilft es voran zu gehen und so die anderen ganz automatisch mit zu ziehen.

Wenn Dir Dein eigener Hintergrund nicht gefällt, benutz einen virtuellen Hintergrund. Die meisten Online-Tools bieten das an.

Kameras werden eher angemacht, wenn Du ein paar Minuten vor dem Meeting schon da bist und die Kamera anhast. Oft ist es so, dass wenn die Teilnehmer dann Stück für Stück reinkommen, dass sie es auf Grund des Gruppengefühls nachmachen. Sie wollen ja auch dazugehören. Dadurch, dass Du als Erster da bist, bist Du zunächst die Gruppe.

WarmUp Spiele helfen auch, dass die Teilnehmer zumindest für das Spiel die Kamera kurz anmachen. Das reicht häufig schon aus.

Was spricht dafür?

Über die Kamera kannst Du besser Nähe und damit Vertrauen herstellen. So können wir soziale Resonanz herstellen. Soziale Resonanz ist zum Beispiel das sozioale Grunzen oder mal ein Kopfnicken, was uns Feedback gibt, wenn wir miteinander reden. Das fällt weg, wenn wir die Kamera aushaben und vielleicht auch noch aus Höflichkeit das Mikrofon ausmachen. Wie merkst Du in solchen Fällen, dass Du gerade verstanden wirst?

Wie bekommst Du ohne Kamera introvertierte Menschen dazu sich aktiv zu beteiligen?

Ich merke so auch deutlich besser, wie sich meine Teilnehmer vielleicht gerade fühlen.

Die Gestiken mit den Händen werden durch das Video auch übertragen.

Wenn bei Entscheidungen jemand vielleicht nicht komplett mitgeht, das sehe ich vor allem, wenn das Video an ist.

Dadurch wird Verschwendung und Nacharbeit vermieden.

 

Hast Du noch Einfälle, an die wir nicht gedacht haben? Schreib uns an hello@znipcast.de

Danke, dass Du uns weiter empfiehlst!

Get shit done,

Janina & Henry


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In der Podcastfolge erwähnte Folgen zur Vertiefung:


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