Marketing

In eigener Sache: Psychologische Sicherheit auf 03.01.2023 verschoben – Early Bird bis 30.11.2022 – Studenten kostenlos

buntes Durcheinander an Grafikeffekten und Tools auf dem Kopf einer Frau die mit Zeigerfinder vor dem Mund pssstet - head dark - Marketing - kaum einer machtsPassend dazu sprechen wir heute über eine der wichtigsten Aufgaben der Product Ownerin

Heute ist Janina nicht da und das wird in nächster Zeit öfter passieren, dass wir alleine aufnehmen. Grund dafür ist, dass unsere Kalender mit Seminaren, Trainings und sonstigem, wie Hochzeiten, voll sind. Ja vor allem Seminare, die wir besuchen, denn nichts ist wichtiger als die ständige Weiterbildung.

Diese Folge auf YouTube: https://youtu.be/FdVlLSp4k3g

Kein Vertrieb oder Verkauf

Doch zum heutigen Thema: Marketing

Hä? Wird das jetzt so ein Vertriebspodcast? Nein, mir geht es um was ganz anderes und Vertrieb kann ich Dir sowieso nicht erzählen, ist nicht meine Paradedisziplin. Ich kenne zwar die Prinzipien, wie Scarcity (Verknappung), Reziprozität, Kontrast und Kuriosität. Ja okay, das spielen wir wirklich eher zufällig. Also ich kenne diese Prinzipien und möchte niemanden durch künstliche Verknappung, große Rabatte zu vorher teuer gemachten Produkten oder ähnlichem überzeugen. Heißt nicht, dass ich hier nicht auch dazu lerne und vielleicht doch einmal Dinge einfließen lasse. Jedenfalls je mehr ich über Manipulation weiß, desto weniger habe ich Bock diese bei Dir einzusetzen, da mir persönlich Freiheit und damit verbunden freie Entscheidungen sehr wichtig sind.

Das Thema

Worum es mir heute geht ist eher das sich selbst und vor allem sein Produkt und Team zu vermarkten. Meiner Meinung nach eine der wichtigsten Aufgaben der Product Ownerin und auch von Projektmanagerinnen. Ja Grüße an meine Bubble! Diese Folge ist an euch gerichtet! 🙂

Jetzt das kuriose, warum ich das Thema aufmache: Ich sehe kaum, dass Marketing gemacht wird.

Hier möchte ich ein bisschen aufrütteln. Ich möchte, dass ihr das als Teil eures Jobs anseht und euch auch entsprechend darin weiterbildet

Aus meinen IT-Zeiten kenne ich noch den Spruch „Gute IT sieht man nicht!“ – und das stimmt, meist fällt uns die IT nur auf, wenn sie nicht richtig funktioniert. Und beide Zustände sind nicht ganz so geil, also wenn jeder auf Dein Produkt schimpft, weil es so schlecht ist, oder wenn niemand das Team oder die Firma hinter dem Produkt wahrnimmt, weil es einfach selbstverständlich ist.

Warum das so fatal ist

Es gibt Teams, deren Backlog läuft leer. Bitte nicht falsch verstehen, es ist ein richtig guter Zustand, wenn man mit seinem Projekt fertig ist und dieses beenden kann. Eigentlich ein Grund zum Feiern und auch ich schätze es sehr, wenn ich Projekte beenden kann.

Doch in vielen Firmen hängt hier die Karriere, Teamidentität, Bonus und ähnliches dran. In solchen Fällen empfinden es die Teams als sehr schlimm, wenn der Arbeitsvorrat leer wird.

Ich finde es gut in dem Fall bereits neue Projekte in Aussicht zu haben und diese vielleicht mit dem ganzen oder Teilen des eingeschwungenen Teams weiterbearbeiten zu können. Ohne Marketing, aber vielleicht kein neuer Auftrag.

Jetzt kommt das Hauptproblem: Kürzungsrunde im Unternehmen. Es müssen 20% der Ausgaben eingekürzt werden. Wo kürzt man am liebsten? Genau, bei den Projekten die niemand als wichtig erachtet oder sogar niemand kennt. Im Zweifel Dein Projekt.

Bist Du IT-Admin? Wozu braucht man 5 davon, wenn die IT im Unternehmen doch läuft?

Kann man die Softwareentwicklung des Produktes vielleicht an eine Externe Firma in Indien vergeben, die das auf dem Papier zum halben Preis macht?

Die Probleme die dadurch entstehen merken viele Firmen erst hinterher. Beispielsweise, dass die Anforderungen an die Software nicht mehr verstanden werden oder die IT dann doch nicht mehr funktioniert, oder überall Sicherheitslücken hat. Die entlassenen Menschen sind aber schon längst weiter gezogen… Jetzt potenzieren sich die Probleme…

Es ist also verdammt noch einmal Deine Aufgabe Marketing zu machen. Nicht nur für Dich selbst, sondern damit Dein Unternehmen auch weiß, was es für tolle Produkte und Menschen hat!

Das ist doch aber Aufgabe des Vertriebs oder des Chefs!

Really?!

Wie viel Verantwortung hast Du für Dein Projekt? Für Dein Team? Deine Firma? Dein Leben?

Klar könnte Dein Chef vielleicht mehr positionieren, was Dein Team alles tolles macht. Doch woher soll er das wissen? Und was hilft es Dir am Ende rumzujammern, dass er das nicht in den entsprechenden Gremien und Runden vorgetragen hätte?

Mal ein Beispiel

Von mir ist die Software CADGlyph. Ein Tool zur dreidimensionalen Darstellung und Optimierung von Text und Bildern im CAD. Also im dreidimensionalen Raum. Eine Funktion, wo viele vielleicht sagen würden „Na das ist doch der Standard, den ich erwarte!“. Ist es überraschender Weise nicht. Jedes Bauteil in der Automobilindustrie hat mindestens eine Teilenummer und diese wird mit Hand draufkonstruiert. Das kostet etwa 2 bis 40h zusätzlich zur Konstruktionszeit eines jeden Bauteils. Zudem lässt sich dann der Teil mit dem Text nur schwerlich vorher in Crashs berechnen. Ein Problem, welches ich für einen Automobilkonzern gelöst habe.

Das Tool hat nur kaum einer eingesetzt. Warum? Woher sollte ein Konstrukteur wissen, dass es existiert? Ich schaute mir das an und sprach mit ein paar Konstrukteuren und stellte schnell fest, dass das Marketing das Problem war. Jeder der das Tool einmal nutze stellte sofort die enorme Arbeitserleichterung fest. Da ich damals für einen Konzern tätig war trug ich dies meinem Chef vor und er lehnte ab die Fachbereiche zu besuchen und sie proaktiv auf unsere Produkte aufmerksam zu machen. Die by the way intern auch noch kostenlos waren. Er lehnte es ab, mit der Begründung, dass mich kein Fachbereich damit beauftragt hätte und wir als IT nur mit Auftrag handeln.

Eine Haltung die bis heute noch immer viele Projektleiter haben.

Ich hoffe Du erkennst das Henne-Ei Problem, welches wir selbstständig lösen können.

Ähnliches

Ähnlich ist es bei der Znip Academy. Und ja ich Maße mir nicht an zu behaupten ich sei gut im Marketing. Der Kern ist doch aber, wie könnte ich behaupten „Du sollst etwas bei uns buchen!“ oder „Komm zum Heldentreff!“, wenn ich Dir noch gar nicht mitgeteilt habe, was wir alles anbieten. Agilität und Scrum hast Du sicherlich schon mitbekommen, doch der eigentliche Punkt der Znip Academy ist, dass wir uns deutlich tiefer mit den Frameworks und den Menschen im System beschäftigen und daher Lehren können, wie beispielsweise Menschen und vor allem Teams funktionieren.

Mit welch hellen Sonnenstrahlen, die gerade durch die Wolken brechen, das Licht auf ein Produkt, wie Teamphasen kompakt fallen kann. Wie herrlich es nach Freundschaft im Büro duftet, wenn wir Psychologische Sicherheit hergestellt haben.

Wie sollst Du auf die Idee kommen das zu buchen, wenn wir keinen Kanal bilden um Dir überhaupt mitzuteilen, dass es das gibt und was darin für Dich alles tolles zu erfahren gibt?

Ähnlich ist es mit Deinem Projekt! Als Product Ownerin ist es Deine Aufgabe allen anderen mitzuteilen, was euer Produkt kann und warum das Team dahinter so gut ist. Muss das immer ein Podcast sein? Nein, es gibt Communities, Konferenzen, Regellrunden, vielleicht sogar Steuerkreise. Seid sichtbar!

The Problem

Da wir selbst viel in der Teamgestalter-Bubble unterwegs sind, unterhalten wir uns häufiger darüber, was eine Scrum Masterin eigentlich so die ganze Zeit macht. Vor allem, wenn das Team läuft. Allzu selten schauen wir darauf, was eine Product Ownerin eigentlich so außerhalb der Events und Rituale macht. Also klar, wir sehen sie zum Daily, im Review, Planning und Refinement. Ich hoffe wir sehen unsere Product Ownerin auch zur Retrospektive.

Und die Zeit dazwischen? Klar das Refinement ist vorzubereiten und das Backlog zu priorisieren. Doch braucht man dafür die ganze Arbeitszeit? Vor allem wenn das Team bereits grob weiß was zu tun ist?

Viele Product Ownerinnen nehmen daher neue Projekte an. Häufig auch, weil die Chefs gar nicht sehen, was es alles zu tun gibt. #Marketing

Oftmals auch, weil unsere Product Owner (und da nehme ich mich nicht aus) denken „Ach wenn ich ein Projekt im Griff habe, dann schaffe ich auch zwei“. Oder drei? Ist ja ehh alles ähnlich… Und sichert die eigene Karriere.

Jetzt kommt aber der Henry mit seinen Messungen in Teams und stellt fest, dass sobald der Product Owner ein neues Team zusätzlich übernimmt, dass die Velocity um etwa 25% sinkt. Jedes Mal. Also von den 75% gehen noch einmal 25% ab, beim dritten Projekt. Die Gründe dafür sind vielschichtig und sprengen diese sowieso schon lange Folge. Gern im Heldentreff.

Nutze die übrige Zeit

Nutze jetzt einfach die übrige Zeit für Marketing. Oder wie es vielleicht besser zu Dir passt, für Stakeholdermanagement. Wann warst Du das letzte Mal bei Deinem Kunden? Bist du regelmäßig, also mindestens 2x im Monat bei einem Deiner Kunden oder Anwender?

Ja nutze die Zeit und sprich mit Deinen Anwendern und Kunden. Warum haben sie sich gerade für dieses Produkt entschieden? Was könnte man besser machen? Passen die Anforderungen, die Du Dir für die nächsten Releases vorgenommen hast zum Kunden? Und by the way, kennt er schon diese super tolle Funktion von Deinem Produkt?

Letztens hat ein guter Freund verblüfft bei mir entdeckt, dass man Screenshots auf dem Handy machen kann indem man 2x mit dem Knöchel drauf tippt. Ausschnitte übrigens auch. Woher erfahren Deine Anwender solche Dinge?

Machen kannst Du das Marketing übrigens in dem Du Deine Zielbereiche besuchst, vielleicht auch welche, die noch keine Kunden sind, mit Menschen einen Kaffee trinkst und einfach nur Da bist, zuhörst und auch selbst ein bisschen erzählst. Das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass unser guter Freund Marcel von Natur aus ein richtig guter Marketingmensch ist. Ich weiß nicht einmal ob er das selbst auf dem Schirm hat, da er oft anders eingesetzt wird. Ich sehe jedenfalls seine Stärke in diesen unverbindlichen, zufälligen und stets netten Unterhaltungen. Nicht um etwas zu verkaufen, sondern einfach zu zeigen, dass man da ist.

Zeig auf wie viel Wert Dein Team dem Unternehmen bringt. Gerne auch mit Holzdollarn oder ähnlichen Rechnungen. Bring Deine Kunden dazu die Leistung nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern gegenzurechnen. Wie viel Business Value produziert das Team pro Jahr?

Und jetzt kommen die Vorteile

Plötzlich wird durch die Nähe Dein Produkt viel besser gesehen. Deshalb empfehle ich übrigens auch immer DevOps Teams. 😉

Du kommst schneller an wirklich relevante Anforderungen ran.

Deine Kunden verteidigen vielleicht sogar Dein Produkt in Budgetrunden, weil sie wissen was sie daran haben. Es ist also gut die Freundschaften aufzubauen.

Und das für mich Beste ist, dass auch andere Projekte wissen, dass da ein Team ist, welches coole Dinge entwickelt und können vielleicht Synergien nutzen. Ich merke das gerade bei Teams, die sich mit Datenaustausch an Schnittstellen auskennen. Die können meist mit wenig Aufwand Probleme anderer Projekte mit lösen.

Ich finde es auch mächtig, dass durch den Dialog Du überprüfen kannst, ob Deine Anwender ähnliche Probleme haben, für die man vielleicht auch Lösungen finden kann. Bei der Znip Academy ist das beispielsweise das Imposter Phänomen, welches gerade bei frischen Scrum Masterinnen verbreitet zu sein scheint und wir auch dafür Lösungen suchen, wie beispielsweise den kostenlosen Austausch im Heldentreff.

Marketing als Scrum Masterin

Gerade die Agilen Teams retten den Unternehmen immer wieder den Arsch, da sie schnell reagieren können und den Karren aus dem Dreck ziehen, den andere Projekte dort reingefahren haben. Du willst, dass diese Dinge in Erinnerung bleiben und gewürdigt werden. Zudem wäre es dann mal gut Projekte gleich Agil aufzusetzen statt immer nur das Feuerwehr eingesetzt zu werden. Genau dies darf entsprechend hervorgehoben und oft kommuniziert werden. Das ist nicht nur Aufgabe der Produrct Ownerin, sondern vor allem auch der Scrum Masterin. Dabei darfst Du auch zeigen, welche positiven Effekte und Einsichten durch Agilität gewonnen werden. Beispielsweise die Veränderung der Velocity bei Experimenten.

Auch die Führungskräfte dürfen auf dem Schirm haben wie wichtig entsprechende Skills, wie Facilitation oder gutes Stakeholdermanagement sind. Denn Scrum Masterinnen werden oft nur als zusätzliche Kosten ohne wirklichen Nutzen angesehen. Und ich kann es ihnen kaum verübeln, da wir oft kein Marketing betreiben und natürlich Controller so wenig unseren Nutzen sehen. Das ist übrigens auch oft der Grund, warum Product Ownerinnen mehrere Projekte bekommen. Es sieht auf dem Papier günstiger aus und ist ein gutes Indiz für schlechtes Marketing.

Dein Projekt darf gesehen werden! Und wie es gesehen wird liegt in Deiner Hand!

Zusammenfassend kann ich also sagen: Mach Marketing. Wie auch immer genau das in Deinem Fall aussieht. Wichtig ist nur, dass Du es machst und anderen die Chance gibst zu erkennen, was es alles Gutes an Deinem Team gibt und welch tollen Produkte ihr herstellt. Das macht die restliche Zeit auch viel einfacher. 🙂

Get shit done,

Janina & Henry


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Janinas Ultimativer OKR Guide


In der Podcastfolge erwähnte Folgen zur Vertiefung:


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