SlackTime

Bevor wir mit SlackTime starten, haben wir wieder den Agile Song von Adam Janosch für Dich eingebaut. 🙂

Wir nutzen die aktuelle Zeit mal um darauf zu schauen, wie wichtig auch Ruhe und vielleicht sogar Langeweile ist. Denn es ist keines Wegs so, dass Menschen, die mal nichts zu tun haben unproduktiv sind. Ganz im Gegenteil, wir lassen so Lernen und Kreativität zu.

Slacktime - freie Zeit

Slacktime – Wie freie Zeit zu mehr Outcome führt

Das ist auch der Grund, warum wir von der Znip Academy aktiv Freizeit einbauen. Ein bisschen hatten wir das bereits in der New Pay Folge angedeutet.

Was bedeutet das?

SlackTime ist freie Zeit (Freizeit – hoho) die mich meinem Ziel näherbringt. Ein sehr prominentes Beispiels dafür ist der Google Friday.

Es geht um Deine persönlichen Ziele und darum Dinge auszuprobieren. Kein Chef und kein Projektleiter bestimmt darüber, was Du in Deiner SlackTime machst. Es ist ja quasi bezahlte Freizeit. Ein paar Leitplanken gibt es natürlich schon. Wie Du sie inhaltlich füllst ist Deine freie Wahl.

Bei Microsoft heißt diese Freizeit Garage-Day um an die Anfänge, die Tüftelei zu erinnern. Mitarbeiter können hier beispielsweise an Projekten arbeiten, an denen sie normalerweise nicht arbeiten. Das schafft kreatives Freiraum und bringt einige positive Nebeneffekte mit in das eigentliche Projekt. Welche, das erzählen wir hier, denn wir haben es für Dich ausprobiert. 🙂

Selbstlernen

Janina und Henry verwenden sehr viel SlackTime für das Selbstlernen. Sowohl eigenes Wissen aufbauen, als auch anderen dieses Wissen vermitteln. So veranstalten wir Gildentreffen oder Communities um in den Austausch zu kommen und Praxiserfahrungen zu teilen. Genauso machen wir auch Experimente oder lesen mal Fachartikel oder Bücher.

Wann hast Du das letzte Mal ein Fachbuch auf Arbeit gelesen?

Wann bist Du mal während Deiner Arbeit in ein anderes Projekt gegangen und hast Dir angeschaut wie und was dort gearbeitet wird? Einfach so.

Worauf sollte ich achten?

Block Dir die Zeit bewusst im Kalender! Wenn sie nur einfach so ab und an genommen wird kann es vorkommen, dass Dein Kalender schnell mit anderen Terminen gefüllt wird. Janina gelingt dies auch besser als Henry, denn bei ihn ist absolut klar, dass sie die Freitage genau für solche Dinge nutzt.

Definition

Ich habe es jetzt nicht nachgeschlagen und möchte behaupten:

SlackTime ist Zeit, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellt, in der Mitarbeiter nichts tun, was direkt auf ihre gerade aktiven Projekte einzahlt. – Henry Schneider

Die SlackTime hat dabei immer Wertschöpfung. Für die Person und oft auch für das Unternehmen.

Coole Effekte

Du dachtest es Dir bestimmt, die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation steigen. Gleichzeitig entstehen kreative Lösungen, die vielleicht später zur Wertschöpfung des Unternehmens enorm beitragen. Die Mitarbeiter bleiben am Puls der Zeit und können vor allem besser auf Neuerungen und Disruptionen am Markt reagieren. Auch der Austausch von Kollegen untereinander nimmt zu. Ich habe das mit Gilden und Communites beschrieben.

In einem meiner Projekte war es so, dass eine neuer Browsertechnologie eingeführt wurde, so dass das Produkt zunächst nicht mehr funktionstüchtig für diesen Browser war. Da sich Teammitglieder bereits in ihrer SlackTime mit dieser Technologie beschäftigt hatten, wussten sie was zu tun ist und konnten das in weniger als zwei Stunden beheben.

Auch Dinge, die vielleicht im Großen scheitern könnten, werden so schon im Kleinen ausprobiert.

Es steckt also eine Menge Wertschöpfung in der SlackTime, auch wenn diese so erst einmal nicht messbar ist.

Ebenen und Perspektiven

Wir können SlackTime auf verschiedenen Ebenen oder aus verschiedenen Perspektiven einführen. Beispielsweise kannst Du für Dich selbst entscheiden, dass Du ab heute jede Woche SlackTime hast. Dies kannst Du an Dein Umfeld und an Deinen Chef kommunizieren, denn bestimmt wollen alle wissen, warum Du plötzlich, vielleicht freitags, frei hast. Deshalb heißt der Tag vielleicht auch schon so. 🙂

Deine Kollegen fragen sich sicher was das soll und warum Du vielleicht nicht mehr für Meetings verfügbar bist. Hier hilft wahnsinnig viel Transparenz.

Was machst Du in dieser Zeit? Was erhoffst Du Dir davon?

In Teams bietet sich an für die Einführung ein Meeting zu verwenden, wo das Team sowieso schon beisammen und in einem guten State ist. Wenn beispielsweise über Kompetenzmatrizen gesprochen wird, dann bietet sich sogar direkt an dem Team zu erlauben „Wenn Du Dich dafür interessierst, dann mach es doch.“. Dann heißt es dem Team Rückendeckung für dieses Experiment zu geben. Herausfordernd ist dabei oft der Product Owner, dessen Verantwortlichkeit Du ja schon aus früheren Folgen (Janinas PO) kennst.

Überprüfen

Wie bei allen Experimenten darfst Du auch hier gern überprüfen, wie erfolgreich es ist. Ich nutze dafür beispielsweise die Velocity über StoryPoints. Wie lieferfähig ist das Team pro Zeiteinheit und wie verändert sich dies mit meinen Experimenten. Schon bald machen wir noch eine Folge dazu, da es die nächste Säule im Empirie-Fundament ist.

Jetzt ist es so, dass zumindest in Henrys Teams die Lieferfähigkeit bei Einführung von SlackTime gleich bleibt.

Die These ist, dass die gesteigerte Motivation, die oben beschriebenen coolen Effekte und, dass die gesunkene Kaffeeverplemperzeit (die auch wichtig ist) sich darauf auswirken. Es gibt einfach einen neuen Kanal dafür.

Praxistipps

Es ist gut eine Wand zu haben an der die SlackTime transparent gemacht wird. Themen, an denen dabei gearbeitet wird. Wo kann ich mitmachen? Wer beschäftigt sich gerade mit was? Entstehen daraus vielleicht kleine Wissensworkshops, wo ich von den Erfahrungen der anderen lernen kann?

Bei Beendigung eines SlackTime Themas lohnt es sich dies mit den Kollegen zu teilen. Dies gilt auch, wenn es vielleicht nicht erfolgreich war, weil auch dies Wissen ist, welches neu erlangt wurde und den Kollegen helfen kann.

Sei konsequent mit Deiner SlackTime, damit andere sich auch daran gewöhnen können.

Mach kleine Schritte. Vielleicht nicht direkt einen ganzen Tag, sondern eine Stunde pro Woche.

Vereinbare Regeln zur SlackTime mit Deinem Umfeld.

Nicht alles in der SlackTime ist erfolgreich. Google hat auch Google+ erfunden. Na und? Geh auch damit transparent und offen um, das hilft Hürden abzubauen.

Die Vertrauensbasis und das Level dürfen stimmen

Frische Teams haben untereinander oft erst einmal andere Dinge zu lernen und sind noch nicht so eingeschwungen. Dort packe ich keine zusätzlichen Experimente rein, sondern hole sie erst einmal in einer Performing Phase. Sobald die Vertrauensbasis der Teammitglieder untereinander gut ist, können wir dann gern SlackTime einführen.

Schau dafür zu Routinen und Ritualen. Diese dürfen vorher sitzen.